Internats-Alltag

Hilfe, hilfe, was ist denn das? Nach einem hektischen Aufzucken des Kopfes, folgt nun das völlig planlose Abtasten des gesamten Zimmermobiliars. Endlich! Jetzt ist dieser Scheiß Wecker gefunden. Ein kurzer, müder Blick mit einem offenem und einem halboffenem Auge auf das Zifferblatt, welches 7.00 Uhr anzeigt. Scheiße! Der erste Gedanke an die Schule ist die Folge dieses hektischen Erwachens. Jetzt folgt das große Rätseln, ob man noch ein paar Minuten liegen bleiben soll oder ob man aufstehen soll. Nein, sonst kommt man zu spät zum absolut tollen Frühstück. Also , nichts wie raus aus den Federn sofern es welche gibt. Die ekelhaft stinkende Decke wird zurück geworfen und die Füße kommen zum Vorschein. Rein damit in die Badeschlappen, das Handtuch in die Hand und nichts wie in den Waschraum. Andrehen der Dusche und die gefüllte Blase entleeren und bloß nichts auf die Klobrille machen. Abschütteln. In windeseile wird der wohlgeformte Internatsbody abgeduscht. Doch wie immer hat man das Duschgel oder Handtuch vergessen. Zurück in den eiskalten Waschraum, Duschgel holen und den abgefrorenen Körper endlich ferig abduschen. Danach die Zahnbürste in die Hand und los gehts. Rasant wird das Gebiß gesäubert und der Mund ausgespült. Wieder im Zimmer der Blick auf die Uhr: 7.15 Uhr. Die Kleider werden angezogen und mit noch halbnassen Haaren geht’s in Richtung Mensa.

Dort warten die halbverkohlten Weckchen, die stinkende Butter und die alte Wurst (falls es überhaupt welche gibt), sowie der Kaffeersatz auf einen. Um 7.25 Uhr an den Tisch gesetzt und rein in den Mund mit den Köstlichkeiten, welche uns geboten werden. 7.35 Uhr: Nach dem Abtragen des mit Geschirr vollbepackten Tabletts muß ich nochmals zurück ins Zimmer, um meine überflüssige Schultasche zu packen!

7.45 Uhr: Schultasche gerichtet! Stereoanlage noch abdrehen und wieder in Richtung Schule, in der Hoffnung, bloß keinen Internatskasper oder einen dieser abgerichteten Spürhunde der Direktion zu treffen. 7.51 Uhr: Abgehetzt und völlig außer Atem stürmt man endlich ins Klassenzimmer und genießt den Unterricht. 13.00 Uhr: Ring, ring! Unterrichtsende.

Nach einer schnellen Zigarette stolpert man der Mensa entgegen und sucht dort vergeblich nach etwas Genießbarem. 13.40 Uhr: Bauch immer noch leer, man stürmt aus der Mensa und versucht seine Haut vor den Angriffen seiner osteuropäischen Mitschüler zu retten.

14.00 Uhr: Der langersehnte freie Nachmittag beginnt. Dieser wird von den Internatsschülern der Oberstufe in der Regel in den neu renovierten Zimmern meist schlafend verbracht. Manchrnal wird jedoch sinnvollerweise den ganzen Nachmittag lang Geld im Cafe Dees ausgegeben. AuBerhalb der Regel besteht nun bei einigen Internatlern die Möglichkeit den Nachmittag bei ihren Freundinnen zu verbringen. Dies ist allerdings nur bis 18.20 Uhr möglich, wenn nicht gerade Unterricht ist.

18.20 Uhr: Zeit zum Abendessen! An diesem Tag betrete ich nun schon zum dritten Mal die Mensa um einen letzten Versuch zu starten etwas Eßbares zu ergattern. Dieser Versuch bleibt jedoch meistens erfolglos, da der Koch das Menue so oft wechselt, wie ein Fisch seine Socken!

Nach dem Essen fassen begebe ich mich nun wieder in mein smartes Einzeizimmer (150 DM/Mon. Einzeizimmerzuschlag) und beende dort den Abend entweder mit meinen Internatskollegen beim Skat-Spiel und beim sinnlosen herunterspülen des Internatsfrustes mit Büchsenbier oder ich begebe mich zur Freundin. Manche bevorzugen jedoch einen Besuch im B1 (Fürstenberg Keller), um sich dort zu sättigen und ein Frisches zu trinken. Doch auch dieser Spaß kann einem durch die Anwesenheit von Erziehern und Mitgliedern des Lehrerkollegiums vermießt werden.

Ca. 0.00 Uhr: Der Tag endet mit dem gemeinsamen Zähne putzen im Waschraum bei dem der Tag noch einmal von allen Seiten beleuchtet wird.

Resumee: Man sieht bis auf einige kleine Unannehmlichkeiten ist das Leben eines Internatlers erträglich und härtet ab fürs Leben.



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