Brauereibesuch

Alles begab sich an einem Montag in 13/2. Das Schuljahr neigte sich dem Ende zu und fast alle Arbeiten waren geschrieben. Die Lehrer machten nicht mehr so viel Streß wie sonst (mit Ausnahme unseres „Kämpfers“, der aber eigentlich immer Streß machte). Um auf den Punkt zu kommen: es war in allen Fächern sehr locker. Dadurch, daß man „nur“ noch das mündliche im Mai vor sich hatte, wollten einige Lehrer (anfänglich nur Frau Holodrio, später auch noch unser „Kämpfer“), den Schülern dieses, irgendwie unnötige, Halbjahr durch einige Tagesausflüge erleichtern. Zwei Ausflüge wollte Frau Holodrio unternehmen:

  1. Besichtigung der ‚Riegler Brauerei‘
  2. Besuch des ‚Anatomischen Museums‘ in Basel (s. Bericht).

Da Frau Holodrio aber nur für den Bio-LK zuständig war hatte bloß der die Gelegenheit an den Ausflügen teilzunehmen. Außer unserem LK gingen auch noch Schüler der NG 12 und 13 mit, die Frau Holodrio unterrichtet. Die wenigen Anderen der WG 13 mußten in der Schule bleiben und teilweise zu viert oder fünft den Unterricht weiterführen (diese Zahl verringerte sich dann aber doch noch, aber hört erst einmal weiter). Einigen Schülern stank dieses gewaltig, daß der BIO-LK zwei Ausflüge machte, sie aber nicht mit durften und in der Schule blöd rumhocken mußten. Sie konnten ja eh nichts machen, da die Hälfte der Klasse fehlte.

Zwei dieser Schüler, die den revolutionären Schriften von irgendwelchen Schulrevolutionären verfallen waren („Die konservative Schule muß eine Revolution erfahren“, NINEL XRAM), hatten den Gedanken sich dagegen aufzulehnen, was sie auch taten. Diese beiden, Marei Schmerzimmun und Doris Fäger, deren Name einst unter dem ganzen Himmel des Westens bekannt werden werden, nahmen sich vor, einfach ganz revolutionär die Schule an diesem Tag zu stemmen, um mit dem BIO-LK nach Riegel zu fahren (Man muß sagen, es gab nachher Freibier und Würstchen. Die edlen, revolutionären Gedanken waren also nur ein Vorwand).

Die beiden konnten diesen Tag kaum noch erwarten, und nun war er da. Es war ein regnerischer, trüber Tag, und so konnten sie nicht, wie vorher geplant, von Kenzigen aus nach Riegel trampen (trampen, das heißt besser Bier in sich einflößen zu können). Mit dem Auto dann dort angekommen, warteten sie auf die anderen. Als die dann endlich kamen, machte Frau Holodrio erst einmal ein ganz erstauntes Gesicht: „Was macht ihr denn da?“ Die zwei erklärten ihr die Sachlage und … ***ZENSIERT ZUM SCHUTZ VON LEHRERN UND SCHÜLERN*** … Sie fuhr fort – „Aber eigentlich … (Schule, Zurückschicken, u. s. w. … )“.

Schlußfolgerung: sie würden sowieso nicht in die Schule zurückfinden und darum ließ sie die Beiden an der Besichtigung teilnehmen.

Man sah nun, wie das Bier gebraut, wie es gelagert (riesige Fässer) und abgefüllt wurde. Danach kam der interessanteste Teil der Besichtigung. Die Würstchen und das Bier – soviel man trinken wollte. Nachdem man gespeist und getrunken hatte, verließen die Meisten die Brauerei in Richtung Bahnhof. Ein Teil, der „Stammtisch“, blieb dort, um sich noch im Gästebuch zu verewigen und kleine Sprüchlein hinein zu schreiben (zu erfahren bei der Redaktion, Kennwort „Stammtisch“). Ach ja, getrunken hat man dabei auch noch etwas. Als nun die „Stammtischler“ auf den Zug mußten, riefen sie ein Bier-Taxi, welches sieben bis acht Leute faßt (Renault 5 – DER KLEINE FREUND), das sie zum Bahnhof brachte.

Dieser „Stammtisch“ fand sich dann nach einer guten Stunde wieder im Gasthaus „Löwen“ ein. Man vergnügte sich (Christian H.) , man trank (alle + Manfred A. , der mit Kollegen anwesend war) und aß auch noch etwas. Nachdem man, um zu bezahlen, sein ganzes Geld zusammenkratzen mußte, und einige sogar anschreiben lassen mußten, fuhr man noch zu einem eher gemäßigten Mitglied der Gruppe, der die beiden Pseudo-Revoluzer angehörten, um ihn mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Dort drehten sie, bzw. die Lautstärkeregler der Stereoanlage des Gastgebers, voll ab. Einige spielten mit länglichen Kissen Gitarre, andere benutzten diese als Keyboard und wieder andere als Mikrofon. Somit hatte man also eine ganze Band.

Mit diesem Abschluß ging der Tag für die beiden Revoluzer so schön zu Ende, wie er angefangen hatte.

P.S.: WENN DIE HALBE KLASSE FEHLT, KANN MAN KEINEN UNTERRICHT MACHEN. DAS HAT DIE DIREKTION WOHL EINGESEHEN, DA SIE BEIM NÄCHSTEN AUSFLUG DES BIO-LKs DIE GESAMTE KLASSE MITGEHEN LIEß – ODER WAR DAS ETWA EINE INITIATIVE VON VERSCHIEDENEN LEHRERN UND DIE DIREKTION WEIß BIS HEUTE VON NICHTS? DANN WIRDS ABER ZEIT, DIES ZU WISSEN UND NACHZUDENKEN, MEINE LIEBEN HERREN (GESANGSVEREIN).

Aktion „Solidarität der Klassengemeinschaft“



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